The Brewer
Dortmunder Export Brauanleitung: Das Industrielager
Dortmunder Export: Der Treibstoff der Arbeiter
Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war Dortmund eine Stadt aus Kohle und Stahl. Die Arbeiter brauchten ein Bier, das substanziell, aber trinkbar war. Dortmunder Export sitzt perfekt in der Mitte des deutschen Lager-Dreiecks:
- Weniger hopfig als ein Pilsner.
- Weniger malzig als ein Münchner Helles.
- Stärker als beide (5,5 % – 6,0 %).
1. Das Wasser: Das definierende Merkmal
Das Wasser von Dortmund ist sehr hart. Es hat hohe Werte an Sulfaten (für knackige Bitterkeit) UND Carbonaten (für Malztiefe) und Chloriden.
- Zielprofil:
- Calcium: 250 ppm
- Sulfat: 280 ppm
- Chlorid: 200 ppm
- Bicarbonat: 200 ppm
- Heimbrauen: Du wirst wahrscheinlich Gips, Calciumchlorid und Kreide/Natron hinzufügen müssen.
2. Zutaten
Das Malz
- Pilsner: 90 %.
- Münchner: 10 % für einen goldenen Farbton und eine Keks-Note.
Der Hopfen
- Edelhopfen: Hallertau oder Tettnang.
- Bitterkeit: 25–30 IBU. Der hohe Mineralgehalt lässt dies fester erscheinen, als die Zahl vermuten lässt.
3. Rezept: “Steel City”
- Sudgröße: 19 Liter (5 Gallonen)
- STW (OG): 1.056
- FG: 1.012
- ABV: 5,8 %
- IBU: 28
- SRM: 5
Schüttung
- 4,1 kg Deutsches Pilsner Malz
- 0,45 kg Münchner Malz Typ I
Hopfen
- 30 g Magnum (12 % AA) @ 60 Min. (Anpassen für IBU)
- 30 g Tettnang (4 % AA) @ 15 Min.
Hefe
- WLP830 German Lager
Anleitung
- Wasservorbereitung: Dies ist der wichtigste Schritt. Berechne deine Zugaben, um das Dortmunder Profil zu treffen.
- Maischen: 66 °C (151 °F).
- Kochen: 90 Minuten.
- Gären: 10 °C.
- Lagern: 6 Wochen.
Fazit
Dortmunder Export ist ein Bier der Balance. Es schreit keinen einzelnen Geschmack heraus, aber die Mineralstruktur verleiht ihm einen befriedigenden “Griff” am Gaumen, der dem Hellen fehlt.